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Festung

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Festung Artikel

Als Festung bezeichnet man besonders starke, permanente Befestigungsbauten, die überwiegend militärischen Zwecken dienen. In dem engeren Sinne ist mit einer Festung eine Artilleriefestung gemeint, die in dem 16. Jahrhundert in Europa üblich wurde und nicht ca. vor Artilleriebeschuss geschützt war, sondern den Verteidigern auch die Möglichkeit bot, die gesamte Umgebung der Festung zu beschießen. Der Begriff "Festung" tritt zu Beginn des 16. Jahrhunderts auf und löst die ältere Nennung "Veste" (=Burg!) ab.

Die Begriffe Festung, Befestigung, Veste und andere verweisen über das Adjektiv fest auf ihren mittelhochdeutschen Stamm veste und althochdeutschen Stamm festi. Ähnlich verhält es sich mit der lateinischen Form fortis für stark, kräftig, rüstig, die sich in der Fortifikation und dem Fort wieder finden.

Von etwa 1500 bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts besteht eine Mischform aus Burg, Schloss und Festung ("befestigtes Schloss, Palazzo in Fortezza, bastioniertes Schloss" u.ä.), während dann zunehmend eine Aufspaltung dieser Bauformen praktiziert wird. Bei den meisten frühneuzeitlichen Festungen handelte es sich um befestigte Städte.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Das Boot /Die Festung /Der Abschied: Der Abschied. Gelungene Mischung --------------------------------------------------------------------------------Buchheim beschreibt hier seine Fahrt mit der "Otto Hahn", dem einzigen atomgetriebenen Schiff Deutschlands. Er nimmt Abschied von seinem "Alten", der damals das "Boot" befehligte und auch in seinem zweiten Band "Die Festung" eine Rolle spielte. Allein...

Geschichte der neuzeitlichen Festung

Buch-Tipp: Das Boot /Die Festung /Der Abschied: Die Festung. Wuchtig und erdrückend Wuchtig und erdrückend kommt dieser Wälzer vom "Das Boot"-Autor Buchheim daher, doch der Schinken lohnt sich. Er bietet spannende Einblickeins vom 2. WK zetrümmerte Europa, durch das den Erzähler eine wahre Odysse führt. Wenn man nicht vergisst, dass Buchheim seinerzeit vielleicht nicht ganz so NS-skeptisch war,...

Burgen in dem Geschützzeitalter

Bisins Spätmittelalter hinein hing das Defensivpotenzial einer Burg bzw. einer befestigten Stadt zu einem nicht unerheblichen Teil von der Höhe ihrer Mauern ab. Dieses Prinzip wurde bereits in dem frühen 15. Jahrhundert in Frage gestellt, weil zu dieser Zeit Kanonen entwickelt wurden, mit denen man die in Relation zu ihrer Stärke recht hohen Burg- und Stadtmauern mit Leichtigkeit zusammenschießen konnte. Bereits in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurden primitive Kanonen in Europa hergestellt, die zunächst jedoch wenig Schaden anrichteten und äußerst unzuverlässig waren. Die weiter entwickelten Kanonen des 15. Jahrhunderts waren zwar schwer und ebenfalls anfällig für Explosionen, doch erreichten sie eine Feuerkraft, die in vergleichsweise kurzer Zeit jede Burg oder Stadt zur Kapitulation bewegen konnte. Die europäischen Baumeister reagierten darauf zunächst ca. mit einer Modifikation des Burgenbaus. Man entfernte hölzerne Aufbauten von den Mauern und Türmen, da sie ein leichteAbsicht darstellten. Die Mauern wurden um mehrere Meter dicker und zudem niedriger, um ihren Einsturz zu erschweren. Auch die Türme wurden etwas niedriger und vor allem massiver. Aus dem mittelalterlichen Burgturm wurde ein kegelförmiger Geschützturm, das Rondell. Rondelle verfügten über Räume mit großen Schießscharten, durch die Kanonen feuern konnten. Auch auf der Spitze des Rondells wurden Kanonen postiert. Diese Veränderungen in der Errichtung von Befestigungen waren trotzdem nicht ausreichend, da sie lediglich eine Erweiterung des mittelalterlichen Burgenbaus darstellten. Die verstärkten Burganlagen, die während des Spätmittelalters errichtet wurden, erhöhten in erster Linie die passive Verteidigung und zögerten den Fall einer Stadt oder Burg ca. hinaus. Der Bereich direkt vor den Rondellen war ein toter Winkel, der nicht von den Verteidigern beschossen werden konnte. Zudem konnten in einem Rondell ca. wenige Kanonen platziert werden, da ihr Pulverdampf aus den Räumen des Geschützturms ca. langsam abzog und Sicht und Atmung erschwerte. Es wurde eine Befestigung notwendig, von der aus man die gesamte Umgebung mit Feuer aus zahlreichen Geschützen bestreichen konnte, um somit eine aktive Verteidigung zu ermöglichen. Bereits in dem 15. Jahrhundert wurden provisorische Befestigungsanlagen erdacht, mit denen man gegnerische Truppen auf Distanz hielt und eine aktive Verteidigung ermöglichte. So wurde um manche Städte ein System aus etwa 2 Meter tiefen Gruben angelegt, die mit einer Erdaufschüttung umgeben waren. Diese war mit Schießscharten versehen. Die Gruben lagen so weit auseinander, das sie sich gegenseitig flankieren konnten, weshalb sich anstürmende Truppen einem Kreuzfeuer ausgesetzt sahen. Diese provisorische Befestigungsweise war bis in die 1530er Jahre üblich.

Buch-Tipp: Die Erbin der Festung. Familien und Festungen "Die Erbin der Festung" erzählt die Geschichte der beiden Familien de Dinan und FitzWarin. Verbunden werden sie durch den jungen Brunin, Erbe der FitzWarins, der zur Erziehung und Ausbildung zu Joscelin de Dinan geschickt wird, um später in die Familie einzuheiraten. Gemeinsam haben sie auch, daß der Besitz ihrer jeweiligen...

Die Entwicklung in Italien

Die Lösung dieses wehrbaulichen Problems wurde in Norditalien gefunden, das seit 1494 zu dem Schauplatz eines französischen Kriegszuges wurde. Die Franzosen setzten dabei neuartige Kanonen ein, die für damalige Verhältnisse äußerst mobil waren und eine recht hohe Feuerrate erreichen konnten. Vor diesem Hintergrund wurde in Italien an der Wende zu dem 16. Jahrhundert verstärkt an der Konzeption massiverer Befestigungsanlagen gearbeitet. Zudem gingen einige italienische Städte dazu über, ihre mittelalterlichen Mauern durch provisorisch angelegte Befestigungen zu verstärken. Ein relativ effektives Beispiel dafür war der so genannte Pisanische Doppelwall - auch Retirata genannt - der aus einem direkt hinter den alten Stadtmauern angelegten Graben und einem mit Holzpfählen und Flechtwerk verstärkten, bogenförmigen Wall bestand. In den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts setzte sich gegen die spätmittelalterlichen Rondelle und die hufeisenförmigen Basteien die fünfeckige Winkelbastion durch, die den so genannten "Toten Winkel" nahezu völlig ausschaltete. Erste Entwürfe und Umsetzungen dieser Bollwerke gehen wahrscheinlich auf die italienischen Gebrüder Sangallo zurück, die zahlreiche italienische Städte mit neuartigen Befestigungsanlagen versahen. Charakteristisch waren dabei die stark zurückgezogenen Flanken der Bastionen und die Anlage von Retiratas als zweite Front nach der Erstürmung einer Bastion. Die Befestigungsanlagen wurden aus Mauerwerk oder immerhin aus mit Erde aufgefüllten Ziegelmauern errichtet. Um die völlige Ausschaltung des Toten Winkels zu gewährleisten, wurden die Befestigungsanlagen in dem Idealfall als regelmäßige Vielecke konstruiert. Besonders beliebt waren Quadrate, Fünf- und Sechsecke. Die Festung besaß Unterkünfte für Mannschaften sowie Lagerräume für Waffen und Munition, so genannte Kasematten. In den zurückgezogenen Flanken wurden Geschütze postiert, was einen entscheidenden Vorteil der Winkelbastion darstellte. Bei einem Sturmangriff auf die Festungsmauer konnte aus der gut gedeckten Flanke der Grabenabschnitt zwischen den Bastionen unter Feuer genommen werden. In Italien wurde die neuartige Artilleriebefestigung als alla moderna (nach moderner Art) genannt, während sie in anderen Teilen Europas als italienische Befestigungsweise bekannt war.

Die wahrscheinlich in dem von Kriegswirren geplagten Italien entstandene Befestigungsweise mit niedrigen, massiven Mauern und fünfeckigen Winkelbastionen sollte in Grundzügen bisins 19. Jahrhundert hinein vorherrschend bleiben. In weiten Teilen Europas setzte sich die bastionierte Befestigungsweise ca. langsam durch. Bis weitins 17. Jahrhundert hinein waren viele Orte ca. durch Rondelle geschützt. Auch bei den Entwürfen eines Bollwerks, die sich in der Befestigungslehre von Dürer aus dem Jahre 1527 finden, handelt es sich lediglich um erweiterte Rondelle in Kegel- oder Hufeisenform.

Buch-Tipp: Die dunkle Festung. Die Commonwealth-Saga 04. Abschluß einer Weltraum-Saga Die Menschen haben nun erkannt, daß das in dem Verborgenen handelde Alien, der Starflyer, existiert. Währenddessen werden nun hochwirksame Waffen entwickelt, die eine Genozid auslösen können, um den Angreifern den Garaus zu machen. Die Menschheit spaltet sich in zwei Lager auf: die einen, die den Tod von Millionen von...

Niederländische Festungen

Festung Beschreibung
Festung Beschreibung
Plan der Niederländischen Festung Bourtange aus dem 18. Jahrhundert

Auch in den in dem 16. Jahrhundert habsburgischen Niederlanden wurde vor dem Hintergrund kriegerischer Auseinandersetzungen die Errichtung neuartiger Befestigungen notwendig. Die Niederländer erhoben sich 1568 gegen die spanische Herrschaft, wodurch ein achtzigjähriger Krieg ausgelöst wurde. Auch die Niederländer erkannten schnell, dass ihre mittelalterlichen Stadtmauern der damaligen Artillerie nicht mehr gewachsen waren. Ähnlich wie in Italien ging man zunächst dazu über, hinter den alten Mauern Gräben und Wälle zu errichten. Bald darauf legte man nach italienischem Vorbild geformte Bastionen aus Erde vor den Mauern an. Schließlich wurden die gesamten Befestigungsanlagen aus Erde errichtet, mit Grassoden bedeckt und von einem tiefen Wassergraben umgeben. Im Gegensatz zu den Italienern achteten die Niederländer darauf, dass beim Abstand der Bastionen voneinander die Reichweite der damaligen Geschütze berücksichtigt wurde. Um gegnerischen Truppen den Einsatz von Sturmleitern unmöglich zu machen, rammte man spitze Holzpfähle in die Wälle und Bastionen, die so genannten Sturmpfosten. Zusätzlich umgab man die Wallanlagen mit zahlreichen Außenwerken, womit die Entstehung der niederländischen Befestigungsweise gegen Ende des 16. Jahrhunderts abgeschlossen war. Zu den Außenwerken zählten die so genannten Hornwerke und die mit Ravelins vergleichbaren Demi-Lunes , welche direkt vor den Bastionen errichtet wurden. Strategisch wichtige Orte wie etwa Flusskreuzungen sicherten die Niederländer durch Schanzen. Unter Moritz von Oranien wurden Städte wie Coevorden zu Festungen ausgebaut, die nach einem streng geometrischen Prinzip konzipiert waren.

Recht bald wurden derartige Befestigungsanlagen aus Erde auch außerhalb der Niederlande errichtet, zu dem Beispiel in Städten wie Hamburg und Danzig. Niederländische Ingenieure verbreiteten ähnlich wie ihre italienischen Kollegen die neuen Erkenntnisse in dem Festungsbau in weiten Teilen Europas. Die neuartigen Wallanlagen boten einen annähernd so guten Schutz wie Festungen aus Mauerwerk, zudem war ihre Errichtung deutlich weniger kostenintensiv und zeitaufwändig. Der große Nachteil der ohne Mauerwerk errichteten Wallanlagen bestand in ihrer äußerst aufwändigen Instandhaltung. Die zu dem Großteil aus Erde bestehenden niederländischen Festungen waren schlecht für die permanente Nutzung geeignet, so dass man sie eher als weit entwickelte Feldbefestigungen nennen kann. Trotzdem prägten die niederländischen Befestigungen durch ihre zahlreichen vorgeschobenen Hornwerke und den kleinen Abstand zwischen den Bastionen die weitere Entwicklung des Festungsbaus. Ein anschauliches Beispiel für diese Art der Befestigung ist die wieder aufgebaute Festung von Bourtange in der niederländischen Provinz Groningen.

Buch-Tipp: Die weiße Festung Es gibt leider keine Beschreibung für das Buch "Die weiße Festung". Um weitere Informationen zu diesem Buch zu finden klicken Sie bitte auf den Link oberhalb von diesem Text. Sie werden automatisch zum Buchhändler weiter geleitet.

Verbreitung der bastionierten Befestigungsweise

Frankreich: In großen Teilen Europas verbreitete sich die neuartige Befestigungsweise äußerst langsam. Meist waren es kriegerische Auseinandersetzungen, die zur provisorischen Errichtung von bastionierten Befestigungen führten. In Frankreich brachen in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts die Hugenottenkriege aus, in deren Folge zahlreiche Befestigungsanlagen erbaut wurden. Die protestantischen Hugenotten sicherten ihre Städte ähnlich wie zunächst die Niederländer durch aus Erde bestehende Bastionen und Ravelins, die vor den mittelalterlichen Stadtmauern errichtet wurden. Diese Befestigungsweise wurde auch als "à la Huguenote" genannt. Die wichtigste Stadt der Hugenotten, La Rochelle, wurde seit 1569 komplett durch neuartige Wälle und Bastionen geschützt. La Rochelle konnte von den königlichen französischen Truppen erst 1628 nach fünfzehnmonatiger Belagerung eingenommen werden. Insbesondere in dem Kampf gegen die Hugenotten erkannten die französischen Könige den Wert von bastionierten Befestigungen, und veranlassten die Errichtung derartiger Anlagen. Dabei wurden häufig wichtige Elemente wie die zurückgezogenen Bastionsflanken falsch interpretiert. Auch der Bau von vorgeschobenen Werken wurde in Frankreich zunächst vernachlässigt.

England: Die spätmittelalterliche Befestigungsweise mit Rondellen blieb in England lange Zeit vorherrschend, bis es in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erste Versuche zur Errichtung von bastionierten Festungen gab. Dabei beanspruchten die Engländer die Hilfe von ausländischen Ingenieuren, die vor allem aus Italien kamen. Die frühen englischen Bastionen waren häufig äußerst unregelmäßig konstruiert, was von dem Mangel an Erfahrung mit dem modernen Festungsbau zeugt. Die wahrscheinlich ersten Winkelbastionen auf englischem Boden wurden 1558 in Berwick-upon-Tweed erbaut und weisen einen unregelmäßigen Grundriss auf. Wie in vielen anderen Regionen Europas wurden in England veraltete Mauern durch Bastionen aus Erde verstärkt. Eine spezifisch englische Befestigungsweise bildete sich beim Befestigen größerer Städte heraus. Städte wie London wurden durch einen Ring aus Schützengräben geschützt, der durch Forts und Schanzen ergänzt wurde. Diese Befestigungsringe erinnerten stark an die Feldbefestigungen, die auf dem europäischen Festland um belagerte Städte errichtet wurden. Erst der Englische Bürgerkrieg von 1642-1649 beschleunigte die Verbreitung neuartiger Befestigungen in England. Die zahlreichen während dieses Bürgerkrieges errichteten Festungsanlagen bestanden zumeist aus Erde und wurden häufig durch eine Holzverkleidung verstärkt. Zur Gewährleistung der Sturmfreiheit sicherte man die Wälle und Bastionen durch Sturmpfosten . Städte wie Worcester und York wurden durch weit vorgeschobene Forts geschützt, die den Gegner auf Distanz halten sollten. Bei Belagerungen errichteten die Engländer keinen Befestigungsring um den belagerten Ort, so dass sich das Eintreffen eines Entsatzheeres in dem Verlaufe des englischen Bürgerkrieges mehrmals für die Belagerer als fatal erwies.

Mittelmeerraum: Anders als auf den britischen Inseln verbreiteten sich bastionierte Befestigungen in dem Mittelmeerraum äußerst schnell, da dort die in dem Festungsbau erfahrenen Italiener ihre Interessen gegen die türkischen Osmanen sichern wollten. Die Venezianer befestigten bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts ihre Stützpunkte auf Kreta und Zypern. Die kretische Festungsstadt Kandia konnte erst 1669 nach zäher Belagerung von den Türken eingenommen werden. Auch die Johanniter waren nach ihrer Vertreibung von Rhodos durch die Türken in dem Jahre 1523 auf eine effektive Befestigung bedacht. Die von ihnen seit 1530 beherrschte Insel Malta wurde innerhalb kurzer Zeit mit bastionierten Wällen befestigt. Das vorgeschobene Fort St. Elmo sollte gegnerische Truppen frühzeitig binden. Als 1565 ein großes türkisches Heer in Malta an Land ging, griff es zunächst das Fort an. Bei der Erstürmung des Forts starb ungefähr jeder fünfte Soldat des türkischen Invasionsheeres, und nachdem Eintreffen eines Entsatzheeres mussten die Türken die Belagerung abbrechen. In der Folgezeit wurde Malta zu einer der stärksten Festungsinseln ausgebaut.

Festung Beschreibung
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Ein typisches deutsches Fort des 19. Jahrhunderts aus dem Festungsring Köln
Festung Beschreibung
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Festungsanlage Wilhelmsburg in Ulm um 1904

Deutschland: Auf deutschem Boden vollzog sich der Übergang zu einer modernen Befestigungsweise je nach Finanzkraft der zahlreichen Teilstaaten und deren Verwicklung in Kriege mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. In Wien hatte bereits 1529 die Belagerung durch die Türken die Notwendigkeit stärkerer Befestigungsanlagen demonstriert, mit deren Errichtung kurz darauf begonnen wurde. Als die Türken 1683 die Stadt ein zweites Mal belagerten, ermöglichten es die massiven Mauern und Bastionen den Wienern, sich bis zu dem Eintreffen eines Entsatzheeres zu verteidigen. Durch italienische Baumeister fand die bastionäre Bauweise ab der Mitte des 16. Jahrhunderts breiteren Eingang in die deutschen Territorien: der Malteser Antonio Vasanni ("Fazzuni") errichtete ab 1539 die Nürnberger Burgbastionen, Alessando Pasqualini d.Ä. befestigte ab 1549 Jülich, ein "Welscher" bastionierte um 1550/54 die Plassenburg, Francesco Chiaramella plante die brandenburgischen Festungen Spandau, Peitz und Küstrin. Am Ende des 16. Jahrhunderts hatten auch deutsche Ingenieure die Technik der bastionären Baukunst erlernt. Der Straßburger Baumeister Daniel Speckle veröffentlichte 1589 das erste deutschsprachige Lehrbuch hierzu, die Architectura. In dem 17. Jahrhundert wurden Städte wie Hamburg, Rostock und Berlin mit Wallanlagen nach niederländischem Vorbild versehen. Auch in Süddeutschland wurden Städte zu Festungen ausgebaut, wie zu dem Beispiel Ingolstadt, das während des Dreißigjährigen Krieges nicht eingenommen werden konnte. Viele deutsche Städte waren zu dieser Zeit durch veraltete Befestigungsanlagen geschützt und konnten in den meisten Fällen ohne größere Probleme von feindlichen Truppen erobert werden.

Übersee : Artilleriefestungen nach italienischem Vorbild wurden auch in den Kolonien der europäischen Staaten errichtet. So wurde 1557 von den Portugiesen eine bastionierte Festung in dem ostafrikanischen Mombasa und 1603 in dem brasilianischen Natal erbaut. Auch die Spanier schützten auf diese Weise Städte wie Acapulco und Havana. Die weltbekannte Wall Street in dem heutigen New York wurde nachdem Wall benannt, den die Niederländer dort in dem Jahre 1652 zu dem Schutz des damaligen Neu-Amsterdam errichtet hatten. In typisch niederländischer Manier bestand der Wall komplett aus Erde, zudem wurde der Stadtkern durch eine bastionierte Zitadelle gesichert.

Ein Kennzeichen von Festungsanlagen aus dieser Zeit war deren rasches Altern, denn die Weiterentwicklung der Belagerungswaffen zwang die Festungsbauer zu einer ständigen Anpassung ihrer Bauwerke. Die Konsequenz war eine ständige Bautätigkeit an den meisten Festungen, denn eine sich selbst überlassene Festungsanlage war innerhalb kürzester Zeit hoffnungslos veraltet. Hier zeigte sich ein frühes Beispiel eines Rüstungswettlaufes. Viele Staaten konnten mit den enormen Kosten des Festungsbaus nicht mithalten, die selbst bei ca. aus Erde errichteten Befestigungsanlagen auftraten.

Buch-Tipp: Festung Atlantis. Perry Rhodan 08. Alles ist relativ, oder? In dem achten Band der Hardcover-Ausgabe von Perry Rhodan taucht ein neuer, unheimlicher Gegner auf, gegen den selbst der Robotregent auf Arkon hilflos ist und deswegen Rhodan, der seit Jahren immerhin als verschollen gilt, um Hilfe bittet. Der geheimnisvolle Gegner taucht seit über zehn Jahren in dem Imperium des Robotregenten...

Der allmähliche Niedergang des Festungsbaus

Festung Beschreibung
Festung Beschreibung
Panzersperren des Westwalls als Beispiel einer Kordon-Stellung des 20. Jahrhunderts

Die Entwicklung von Geschützen mit stets größerer Feuerkraft und Reichweite führte in dem 19. Jahrhundert zur Verstärkung der Festungsbauten. Um die eigentliche Festung wurde ein großer Ring aus Forts angelegt, die nun die Hauptlast der Verteidigung übernahmen. Die stets größere Beweglichkeit und Feuerkraft der Armeen führte dazu, das der Bau von Festungen in der Mitte des 20. Jahrhunderts nahezu überflüssig wurde da diese zu leicht umgangen oder zerstört werden können. In den meisten Ländern Europas versuchte man zwischen dem erstem und zweitem Weltkrieg, die eigenen Landesgrenzen durch parallele Festungsanlagen zu schützen. Beispiele für solche Kordon-Stellungen waren die Maginot-Linie oder der Westwall. Der Aufwand zu dem Bau und zur ständigen Ausstattung mit Soldaten stand allerdings in keinem Verhältnis zu dem militärischen Erfolg derartiger Festungsanlagen.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges lebte das militärische Konzept der befestigten Stadt aus propagandistischen Gründen noch einmal auf. Die nationalsozialistischen Machthaber erklärten einige damals noch ostdeutsche Städte wie Breslau und Glogau zu Festungen, die ohne Rücksicht auf Verluste gehalten werden sollten, um die eigene Vernichtung noch einige Tage hinaus zögern zu können. Diese Städte waren in keiner Weise auf einen Festungskampf eingestellt und wurden in den darauf folgenden militärischen Auseinandersetzung mit der Roten Armee in weiten Teilen zerstört.

Der letzte Kampf um eine Festung in dem klassischen Sinne fand 1968 in Vietnam um die zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichtete Zitadelle von Hué statt.

In den meisten europäischen Ländern wurde in den Jahren nachdem zweitem Weltkrieg und dem kaltem Krieg der Bau und der Unterhalt von Festungen eingestellt. Ca. noch Schweden und eingeschränkt die Schweiz unterhalten heute noch in Europa Festungsanlagen. Wie sehr andererseits das Leben insbesondere der städtischen Bevölkerung jahrhunderte lang durch Festungsanlagen geprägt wurde, zeigt sich heutzutage noch an diversen Redensarten. So springt man für jemanden in die Bresche oder hat sturmfreie Bude. Diverse Straßennamen in deutschen Städten deuten auf das ehemalige Vorhandensein von Befestigungsanlagen hin, zu dem Beispiel wenn in ihnen "Glacis", "Esplanade" oder "Schanze" vorkommt. Bei den um viele Altstädte angelegten Grünanlagen handelt es sich meist um geschleifte Befestigungen, wie es zu dem Beispiel bei den Hamburger Wallanlagen der Fall ist.

Buch-Tipp: Festung Draconis. Düsterer Ruhm 3 Wie stets perfekt Ich muss sagen ich bin Stackpolefan, was eventuell meinen Horizont fuer andere etwas eingeschraenkt erscheinen laesst. Allerdings lese ich auch historische Romane sehr gerne sowie andere Genre. Stackpole schafft es stets wieder, dass ich mich in eine andere Welt versetzt fuehle was ja auch die Absichte eines Buches sein sollte. In...

Kritische Würdigung der Funktion von Festungen

Von den führenden militärischen Strategen wurde der Wert von Festungen unterschiedlich beurteilt. Beispielsweise schrieb der Kriegstheoretiker Carl von Clausewitz 1830 in seinem Buch "Vom Kriege" folgende einleitende Sätze über Festungen:

Früher und bis zur Zeit der großen stehenden Heere herunter waren Festungen, d. i. Schlösser und befestigte Städte, ca. zu dem Schutz ihrer Einwohner da. Der Edelmann, wenn er sich von allen Seiten bedrängt sah, rettete sich in sein Schloss, um Zeit zu gewinnen, einen besseren Augenblick abzuwarten; die Städte suchten durch ihre Befestigungen die vorüberziehende Wetterwolke des Krieges von sich abzuhalten. [...]

Von der anderen Seite sind die Zeiten vorüber, wo die bloße Befestigung der Mauern ohne andere Kriegsanstalten einen Ort vor der Überschwemmung des Krieges, der über das ganze Land herzieht, völlig trocken erhalten konnte, denn diese Möglichkeit gründete sich teils auf die kleinen Staaten, in welche die Völker früher geteilt waren, teils auf die periodische Natur des damaligen Angriffs, der fast wie die Jahreszeiten seine bestimmte, sehr begrenzte Dauer hatte, weil entweder die Lehnleute nach Hause eilten oder das Geld für die Condottieri (ital. "Söldnerführer") regelmäßig auszugehen pflegte. Seitdem große stehende Heere mit ihren gewaltigen Artilleriezügen den Widerstand der einzelnen Punkte maschinenartig niedermähen, hat keine Stadt und keine andere kleine Korporation mehr Lust, ihre Kräfte aufs Spiel zu setzen, um einige Wochen oder Monate später genommen und dann um so strenger behandelt zu werden.

Es hat dann leider noch über ein Jahrhundert gedauert, bis diese Erkenntnisse ihren Weg von der Theorie in die Praxis gefunden hat.

Buch-Tipp: Gestürmte Festung Europa. Mauern.Ghettos.Terror Das Schwarzbuch Dieses Buch war lange überfällig!!! Bereits 1990, als der BBC-Film "Der Marsch" auf beklemmende Weise den Weg der Afrikaner nach Europa vorzeichnete, begann der Aufbau der "Festung Europa". Wer sich näher mit dem Thema beschäftigt hat, kommt nicht umhin, Corinna Milborns Buch als überfälliges Standardwek zu nennen. Sie gibt all jenen eine Stimme,...

Ehemalige Festungen und der Denkmalschutz

Festung Beschreibung
Festung Beschreibung
Fort Asterstein in Koblenz als Beispiel für die Notwendigkeit für die Unterschutzstellung von Festungsanlagen

Nach der Aufgabe einer Festung wurden in dem Normalfall sämtliche Festungswerke geschleift, das heißt beseitigt und einer zivilen Nutzung zugeführt. Auf diese Art und Weise sind die meisten Festungen in Deutschland und in den europäischen Nachbarstaaten dem Erdboden gleich gemacht worden. Dies geschah vor allem in dem Zusammenhang mit der Entfestigung der großen Städte und ca. in eher seltenen Fällen konnte eine städtische Festung der Nachwelt erhalten bleiben.
Damit ist die Erhaltung von ehemaligen Festungen die Aufgabe des Denkmalschutzes, damit sich die Menschen auch in späteren Zeiten noch eine Vorstellung über dieser vergangene Epoche und den Folgen für ihr eigenes Leben machen können.Siehe auch:
Belagerung
Liste von Festungen,
Fachbegriffe== Literatur ==

  • Cristopher Duffy: Siege Warfare: The Fortress in the Early Modern World 1494-1660 von , ISBN 0-41514-649-6
  • Hartwig Neumann: Festungsbau -Kunst und -Technik", Verlag: Bechtermünz, ISBN 3-8289-0395-9
  • Martin Brice: Burgen und Wehranlagen, Verlag: Bechtermünz, ISBN 3-8289-0730-X
  • Horst Wolfgang Böhme (Hrsg.), Wörterbuch der Burgen, Schlösser und Festungen (Stuttgart 2004), ISBN 3-15-010547-1.
  • Schriftenreihe: Beiträge zur internationalen Festungsforschung (Regensburg 2001 ff.), ISBN 3-89783-274-7.
  • Schriftenreihe: Schriftenreihe Festungsforschung (http://home.t-online.de/home/Kai.Frank/srff.html) / Deutsche Gesellschaft für Festungsforschung, DGF (Frankfurt a.M. u.a. 1981), ISSN 0723-2039.
  • Zeitschrift: Festungsjournal (http://home.t-online.de/home/Kai.Frank/fj.html). Zeitschrift der DGF (Dortmund u.a. 1982-).
Buch-Tipp: Perry Rhodan Silber Edition 08. Festung Atlantis. 12 CDs (eBusiness-Studien) Wiedermal ein Meisterwerk. Kompliment an Josef Tratnik. Wer ein Perry Rhodan (oder auch Science Fiction) Fan ist, der MUSS sich diese Hörbuchreihe kaufen und in Ruhe anhören. Ich vergess dabei leider viel zu häufig die Zeit und da passiert es mir ab und an, das ich bis nachts um 4 oder 5 Uhr in dem Bett liege mit den Kopfhörern auf. Josef Tratnik schafft...

Weblinks

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